Employee Advocacy: In fünf Schritten zum Erfolg

Egal wie gut Marketing- und PR-Teams arbeiten, es gibt zeitliche und finanzielle Grenzen was die Betreuung von Social Media angeht. Employee Advocacy ist eine grossartige Möglichkeit für Unternehmen, ein breites Publikum mit authentischen Botschaften zu erreichen. Davon profitiert die Produktivität der Teams. Das Engagement der Anspruchsgruppen sowie die Effektivität der Verkaufsteams erhöhen sich. Employee Advocacy ist somit ein Schlüssel für Kommunikation mit Wirkung.

key-96233_1280

Employee Advocacy: Ein Schlüssel für Kommunikation mit Wirkung

In fünf Schritten zur Employee Advocacy

1. Ziele und KPIs definieren

Ob Generierung von Leads, Steigerung der Conversion Rate oder Kundenbindung: Erfolgsorientierte Marketing-Teams arbeiten bereits heute mit KPIs. Bei Social-Selling-Programmen wie Employee Advocacy macht es Sinn, diese KPIs aufzunehmen und in die Erfolgsmessung zu integrieren. Entscheidend ist, dass die involvierten Mitarbeiter sowohl Ziele als auch KPIs kennen und verstehen. Egal welche KPIs schlussendlich ausgewählt werden.

Erfolgreich ist Employee Advocacy, wenn die Mitarbeiter des Unternehmens motiviert sind und die Unternehmenskultur das Teilen von Informationen unterstützt. Die definierten KPIs sollten Teil der persönlichen Ziele und Erfolgsmessung der Mitarbeiter sein.

„By incorporating social media engagement in the objective goals for each worker, your company can remove the walls between personal time and on-the-clock time for your employees. Social sharing needs to become a normal, accepted part of each participant’s work day.“

(Dynamic Signal)

2. Mitarbeiter identifizieren und involvieren

Am vielversprechendsten ist es Mitarbeiter, welche Social Media und die entsprechenden Plattformen bereits privat nutzen, zu identifizieren und in einer ersten Phase zu involvieren. Idealerweise handelt es sich um Mitarbeiter, die bereits in der Vergangenheit Inhalte des Unternehmens geteilt haben. Der Vorteil: Diesen Mitarbeitern muss der Nutzen von Social Media sowie von Employee Advocacy nicht mehr erklärt werden.

Bei der Rekrutierung sollte der Fokus darauf liegen, den Mitarbeitern die Mehrwerte aufzuzeigen. Dies kann beispielsweise die Erhöhung der eigenen Präsenz auf einer spezifischen Social Media Plattform sein. Oder die Stärkung des Personal Brands generell. Mitarbeiter können auch mit folgender Frage motiviert werden: Wie würdest du dich verhalten, wenn das Unternehmen dein eigenes Start-up wäre? In diesem Fall wäre die Antwort meistens klar, denn das Teilen von Unternehmensinhalten ist ein logisches Element für den Aufbau der Marktpräsenz.

Es macht Sinn, bereits während oder kurz nach der Einführung einige Mitarbeiter als Champions zu küren und gemeinsam mit diesen Employee Advocacy im Unternehmen voranzutreiben. Aber Achtung: Nicht alle Mitarbeiter eignen sich als Champions; dies zeigt die nächste Grafik.

employees-rising-workforce-activism-spectrum

Mitarbeiter-Typologie nach Weber Shandwick

(Weber Shandwick)

3. Auf Aktivitäten und Engagement fokussieren

Bereits im Vorfeld sollte ein Toolkit mit Massnahmen definiert werden, um die Teilnahme der Mitarbeiter zu fördern. Insbesondere zu Beginn, aber nicht nur, muss das Sharing der Inhalte den Mitarbeitern extrem viel Mehrwert liefern. Hier eignen sich beispielsweise spezielle Coupons, welche nur Mitarbeiter über ihre Netzwerke teilen dürfen.

Eine erfolgreiche Employee-Advocacy-Initiative beginnt damit, die Mitarbeiter zu schulen. Die Regelmässigkeit der Schulungen ist dabei entscheidend. In grösseren Unternehmen können interne Experten als Trainer genutzt werden.

Mitarbeiter teilen Unternehmensinhalte in ihren Netzwerken, wenn dies einfach von der Hand geht. Nicht jeder Mitarbeiter ist ein Kommunikationsexperte. Diesem Fakt muss Rechnung getragen werden.

„Large enterprises tend to have expert communicators who are already trained in social media engagement, and these individuals can assist in setting guidelines to train their less-experiences colleagues.“

(Dynamic Signal)

4. Early Adopter erkennen und belohnen

Wichtig: Die Kontrolle für die geteilten Inhalte liegt immer bei den Mitarbeitern. Ebenso verfügen Mitarbeiter über kreativen Spielraum, was die einzelnen Inhalte betrifft, die sie teilen. Diese Freiheit ist ein wichtiger Teil im Erfolgspuzzle. Als Unternehmen muss man sich bewusst sein, dass man die Inhalte nicht 1:1 diktieren kann. Unternehmen haben lediglich die Möglichkeit Inhalte zu kuratieren und als Sparring-Partner aufzutreten. Das sollte auch genutzt werden.

Der regelmässige Austausch mit Early Adoptern ist wichtig. Sie können wichtige Hinweise geben, wie die Initiative im Unternehmen angenommen wird. Es ist aber auch wichtig, Early Adopter auf die eine oder andere Weise für ihre Bemühungen zu belohnen. Eine Möglichkeit ist, ihnen spannende Neuheiten zuerst zur Verfügung zu stellen.

Die grösste Motivation ziehen Early Adopter aus immateriellem Nutzen – zum Beispiel Wertschätzung durch das Unternehmen. Deshalb müssen die Bemühungen der Mitarbeiter honoriert werden. Hat beispielsweise ein Early Adopter einen eigenen Blog, sollte das Unternehmen von Zeit zu Zeit auch Inhalte des Mitarbeiters teilen. So profitieren Mitarbeiter und Unternehmen gegenseitig voneinander. Natürlich können auch Gamification-Elemente genutzt werden, um kleine Wettbewerbe unter den Mitarbeitern zu veranstalten. Alle gängigen Tools bieten solche Elemente an.

5. Aktivitäten analysieren und verbessern

Wie jede Marketing-Kampagne müssen Programme im Bereich Employee Advocacy gemessen, analysiert und regelmässig adaptiert werden. Um die aktivsten Mitarbeiter zu belohnen, muss ein Unternehmen wissen, inwieweit sich Reichweite, Leads oder Verkäufe durch den Einsatz der Mitarbeiter erhöht haben. Diese Daten können zudem genutzt werden, um den Erfolg vom Employee Advocacy gegenüber Mitarbeitern der C-Suite zu demonstrieren!

Social Media Plattformen wurden zu wichtigen Elementen für Kunden, um sich zu informieren. Wichtige Informationen kommen jedoch nicht immer bei den Kunden an. Die Erfolgschancen sind höher, wenn Mitarbeiter helfen, die Inhalte zu verbreiten:

„77 percent of consumers are more likely to buy a product when they hear about it from friends and family.“

(Dynamic Signal)

Deshalb gilt: Employee Advocacy wird in Zukunft ein wichtiger Schlüssel für eine Kommunikation mit Wirkung sein.

5-steps-to-launching-ea-program

In fünf Schritten zum Employee-Advocacy-Programm

(Dynamic Signal)

tltr: Mit fünf einfachen Schritten kann ein Employee-Advocacy-Programm gestartet werden.

Transparenz: Dieser Artikel ist eine Zusammenfasung des E-Books „5 Steps to Launching an Employee Advocacy Program“ von Dynamic Signal.

Advertisements

Social Reputation Score: Der SIM Score als Erweiterung

Im vergangenen Jahr wurde auf diesem Blog der Social Reputation Score als Pendant zum Net Promoter Score vorgestellt. Der Social Reputation Score untersucht grob gesagt das Verhältnis von positiven, neutralen und negativen Nennungen einer Marke. Dieses Verhältnis wird als Sentiment bezeichnet.

Der SIM Score, erstmals 2009 erwähnt, geht einen Schritt weiter und setzt den markenspezifischen Wert ins Verhältnis zu einem Branchenwert. SIM steht für „Social Influence Marketing“ und der SIM Score wurde durch die Agentur Razorfish entwickelt.

Die Berechnung der Sentiment-Werte von Social Reputation Score und SIM Score unterscheidet sich leicht:

  1. Berechnung Sentiment beim Social Reputation Score:
    (Anzahl positive Nennungen x 100 + Anzahl neutrale Nennungen x 50 + Anzahl negative Nennungen x 0) / Anzahl Nennungen
  2. Berechnung Sentiment beim SIM Score:
    (Anzahl positive Nennungen + Anzahl neutrale Nennungen – Anzahl negative Nennungen) / Anzahl Nennungen

Den konkreten SIM Score erhält man in dem man den Wert für eine Marke dividiert durch den Wert für die Branche: Sentiment Marke / Sentiment Branche.

Eine spannende Erweiterung um markenspezifische Werte im Branchenkontext zu analysieren. So hat beispielsweise eine Erhöhung der neutralen Nennungen innerhalb der Branche rasch einen negativen Einfluss auf den SIM Score.

Diese Erweiterung mit Branchendaten funktioniert auch für den Social Reputation Score. Denn auch dieser kann sowohl für Marken als auch Branchen berechnet werden.

2015 im Rückblick: Lesestoff für den Jahresbeginn

Für alle, die sich mit digitalen Themen beschäftigen, war 2015 ein spannendes Jahr. Davon profitiert auch dieser Blog. Denn die Themen gehen so schnell nicht aus.

christmas-1058667_960_720

Um die ruhigen Tage zu Beginn des Jahres nutzen zu können, sind hier noch einmal die fünf meistgelesenen Beiträge aus dem letzten Jahr zusammengestellt:

  1. “Employee Advocacy”: Mitarbeiter als Botschafter
  2. Monitoring: Neuer Tool Report von Goldbach Interactive
  3. Verhaltensökonomie: Learnings für Marktforschung und Marketing
  4. Employee Advocacy: Handlungsbedarf für die Kommunikation
  5. Social Media: Der Weg zur Social Company

Auch die WordPress.com-Statistik-Elfen haben einen Jahresbericht 2015 für dieses Blog erstellt. Daraus geht hervor, dass ein Cable Car in San Francisco knapp 20 Fahrten benötigen würde, um alle Besucher dieses Blogs zu transportieren. Ein Dank geht deshalb an alle Leser dieses Blogs. Auf ein spannendes 2016…! 

Monitoring: Neuer Tool Report von Goldbach Interactive

Das Auffinden und die Analyse von relevanten Beiträgen im Social Web nennt man Social Media Monitoring. Für ein effizientes und effektives Monitoring greifen Unternehmen auf Tools zurück. Seit fünf Jahren nimmt Goldbach Interactive diesen Markt für Social Media Monitoring Tools unter die Lupe und vergleicht die unterschiedlichen Lösungen der Hersteller. Der Report ist eine wichtige Ressource, um den Überblick im dynamischen Social Media Monitoring Umfeld zu behalten. Wer den Markt seit Jahren genauer verfolgt weiss, wie komplex diese Aufgabe ist. Wobei eine weiterhin stattfindende Konsolidierung diese Aufgabe ein wenig erleichtert.

Viele bekannte Tools in der Top-Liste

In diesem Jahr war das Resultat der Untersuchungen wiederum eine interessante Liste mit den zehn besten Monitoring Tools.

social_media_monitoring_toolreport_2015_2

Die 10 besten Social Media Monitoring Tools

(Goldbach Interactive)

Im Vergleich zu den letzten beiden Jahren, wurde die Top-Liste um fünf Tools gekürzt. Das Team von Goldbach Interactive begründet dies damit, den Lesern eine noch bessere Entscheidungshilfe mitgeben zu wollen. Vergleicht man die Top-Listen der Jahre 2013, 2014 und 2015 erkennt man, dass lediglich die folgenden fünf Social Media Monitoring Anbieter in jedem Jahr in den Top-Listen auftauchen:

Brandwatch

analytics_front-screen

Brandwatch Analytics von Brandwatch

(Brandwatch)

Engagor

home-page-feature-image-3

Social Media Management mit Engagor

(Engagor)

Linkfluence

linkfluence_2015-04-slider1

Radarly von Linkfluence

(Linkfluence)

Synthesio

our-platform

Listening Plattform von Synthesio

(Synthesio)

Talkwalker

csm_tw_screenshots_listen_white_badge_2bbf521179

Social Media Monitoring Tool von Talkwalker

(Talkwalker)

Engagor und Talkwalker zweifache Kategorien-Sieger – Brandwatch geht 2015 leer aus

Im Vergleich zum Vorjahr fällt auf, dass Brandwatch in keiner Kategorie siegreich war. Die Siege in den sieben Kategorien gingen an die folgenden Anbieter:

  • „Search Capabilities“ – Vico Analytics;
  • „Source Type Coverage“ – Synthesio;
  • „Earned Media Analytics“ – Radarly;
  • „Engagement & Owned Media“ – Engagor;
  • „CRM-Functionalities“ – Engagor;
  • „Reporting & Alerting“ – Talkwalker;
  • „Performance & Data Volume“ – Talkwalker;
  • „Usability“ – Oracle Social Cloud.
social_media_monitoring_toolreport_2015_1

Beste Social Media Monitoring Tools nach Kategorien

 

(Goldbach Interactive)

Nach einem Jahr Unterbruch ist das Social Media Monitoring Tool von Sysomos zurück in der Top-Liste von Goldbach Interactive. Die Überarbeitung des Tools inklusive Erneuerung des Interfaces haben sich gelohnt. Gemäss Goldbach Interactive kommt das Tool nun benutzerfreundlich und frisch daher. Inwieweit die Trennung von Marketwire bei der Weiterentwicklung eine Rolle spielte, ist eine Frage deren Beantwortung offen bleibt. Erfreulich ist die Meldung, dass mit Media Focus ein Tool aus der Schweiz den Sprung in die Top-Liste geschafft hat. Die Schweizer Lösung überzeugte das Team von Goldbach Interactive mit seiner Grafik, den Such- und Analysefunktionen sowie den Reports.

Keine „All-in-One“-Lösung in Sicht

Wie oben beschrieben, gingen die beiden Social Media Monitoring Lösungen von Engagor und Talkwalker als einzige in zwei Kategorien als Sieger aus dem Vergleich hervor. Wobei die beiden Tools ihre Stärken in unterschiedlichen Kategorien – Engagement (Engagor) respektive Umgang mit Daten (Talkwalker) – haben. Unterschiedliche Stärken heisst auch, dass es weiterhin auf dem Markt keine „All-in-One“-Lösung gibt. Und in naher Zukunft auch nicht geben wird. Dafür sind die unterschiedlichen Anforderungen zu komplex. Wobei diese Aussage in einem Bereich nur mit Abstrichen stimmt: Viele Anbieter von Social Media Monitoring Tools sind sich mittlerweile bewusst, dass Unternehmen Monitoring Tools für den Dialog mit ihren Anspruchsgruppen nutzen wollen. Deshalb werden Funktionen eingebaut, welche den Dialog möglich machen. Oder die Anbieter wählen den Weg über eine Kooperation mit Anbietern von Social Media Management Tools und stellen Streams für die Integration bereit. Ein Beispiel ist die Zusammenarbeit von Hootsuite und Brandwatch in diesem Bereich.

Drei wichtige Trends für die Zukunft

Das Team von Goldbach Interactive erwähnt in ihrem Report drei wichtige Trends, welche den Markt für Social Media Monitoring Tools in der Zukunft prägen könnten:

  1. Realtime Monitoring
  2. Netzwerk-Analysen
  3. Public Dashboard und Insights

Realtime Monitoring gehört beispielsweise bei Twitter bereits seit einiger Zeit zum Standardprogramm. Jetzt bieten immer mehr Social Media Monitoring Tools die unmittelbare Erfassung von Daten an. Aus Sicht des Teams von Goldbach Interactive ist dies beispielsweise bei der Begleitung von Events ein wichtiger Vorteil. Netzwerk-Analysen erweitern das Influencer Management um eine spannende Komponente. Über die Analyse von Netzwerken können neben dominanten Top-Influencern weitere wichtige Akteure identifiziert werden. Durch die Analyse von Netzwerken geht der Fokus weg von der Betrachtung eines einzelnen Akteurs hin zur Analyse von Netzwerken, Beziehungen und Beeinflussungsmustern. Immer wichtiger wird zudem die öffentlichkeitswirksame Visualisierung der Daten und der gewonnen Erkenntnisse; zum Beispiel im Umfeld von Events oder als Element der internen Kommunikation. In diesem Bereich hat sich Brandwatch mit ihrer Brandwatch Vizia Lösung als Vorreiter positioniert.

Daneben stellt Goldbach Interactive in den folgenden Bereichen Verbesserungen fest:

  • Quellenabdeckung,
  • Location Based Monitoring,
  • Spracherkennung und
  • Sentiment-Analyse.

Der Umgang mit nicht-öffentlichen Daten

Mit einem spannenden Punkt trägt Mike Schwede auf Twitter zur Diskussion rund um die Entwicklung von Social Media Monitoring Tools bei:

Dabei geht es darum, dass Tools teilweise „Nonpublic Data“ von Facebook nicht verwerten und dementsprechend Beiträge nicht gefunden werden. Ein wichtiger Punkt bei der Nutzung von Social Media Monitoring für die Ableitung von Erkenntnissen. Denn ohne den Einbezug der nicht-öffentlichen Beiträge, sind Unternehmen auf einem Auge blind. Nutzt ein Unternehmen Social Media Monitoring hingegen für den Dialog mit seinen Zielgruppen, reicht der Zugriff auf öffentliche Daten aus. Denn die anonymisierten, nicht-öffentlichen Daten können für den Dialog nicht genutzt werden. Je nach Anwendungsfall sind nicht öffentliche Daten dementsprechend sehr relevant (Analyse) oder können vernachlässigt werden (Dialog). Wobei immer berücksichtigt werden muss, dass der Anteil von nicht-öffentlichen Beiträgen auf Facebook an der Gesamtheit an Beiträgen von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich gross ist. Auf jeden Fall wird es spannend zu beobachten, zu welchem Zeitpunkt welche Social Media Monitoring Tools die Analyse von nicht-öffentlichen Daten anbieten werden. Das Rennen ist eröffnet.

Stefan Evertz und Katja Evertz haben auf ihrem Monitoring Matcher Blog ebenfalls über den Social Media Monitoring Tool Report von Goldbach Interactive berichtet. Wer auf der Suche nach weiteren Informationen zu diesem Thema ist, dem sind zudem die vergangenen Social Media Monitoring Reports von Goldbach Interactive zu empfehlen.

2014: https://www.goldbachinteractive.ch/insights/fachartikel/toolreport14-monitoring-tools

2013: http://www.goldbachinteractive.ch/insights/fachartikel/social-media-monitoring-tool-report-2013

2012: http://www.goldbachinteractive.ch/insights/fachartikel/social-media-monitoring-tool-report-2012

2011: http://www.goldbachinteractive.com/aktuell/fachartikel/social-media-monitoring-report-2011

Daneben bietet  G2 Crowd mit ihrem Social Media Monitoring Grid ebenfalls eine spannende Übersicht.

newestgridmonitoring-winter-2016_1024

Die besten Social Media Monitoring Tools

(G2 Crowd)

In dieser Übersicht werden derzeit die folgenden beiden Social Media Monitoring Tools als Leader bewertet: Social Studio und Brandwatch.

Und schlussendlich hat das Team von Goldbach Interactive – wie man es sich mittlerweile aus den letzten Jahren gewohnt ist – eine umfangreiche Infografik mit den wichtigsten Erkenntnissen erstellt.

social_media_monitoring_toolreport_2015

(Goldbach Interactive)

tltr: Brandwatch, Engagor, Radarly, Synthesio und Talkwalker sind zum dritten Mal in Folge auf Top-Liste von Goldbach Interactive.

Transparenz: comparis.ch, der Arbeitgeber des Autors dieses Beitrags, nutzt die Tools von Brandwatch und Hootsuite. Der Autor dieses Beitrages arbeitete von 2011 bis 2012 für Goldbach Interactive.

Reputation: Der Social Reputation Score als Pendant zum Net Promoter Score

Der Net Promoter Score (NPS), von Fred Reichheld, Bain & Company und Satmetrix entwickelt, besitzt seit der Einführung 2003 im Harvard Business Review Artikel „One Number You Need to Grow“ eine grosse Fangemeinde. Er ist ein Messinstrument für die Weiterempfehlungsbereitschaft der Kunden. Entscheidend für den Erfolg der Kennzahl ist folgende Tatsache: Der Net Promoter Score korreliert in bestimmten Branchen mit dem Unternehmenserfolg.

5196843736_c071f521b5_o

Ein positiver Net Promoter Score unterstützt den Geschäftsgang

(Bob Bob)

Der Net Promoter Score wird mittels Marktforschung ermittelt. Einer repräsentativen Stichprobe an Kunden wird folgende Frage gestellt:

„Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie ein Unternehmen, respektive eine Marke, einem Freund oder Kollegen weiterempfehlen werden?“

Promotoren versus Kritiker

Die Antworten werden auf einer Skala von 0 (unwahrscheinlich) bis 10 (sehr wahrscheinlich) gemessen. Dabei gelten Kunden, welche mit 9 oder 10 antworten, als Promotoren (auf Englisch: „Promoters“). Kunden die mit 0 bis 6 antworten sind hingegen Kritiker (auf Englisch: „Dectractors“). Jene Kunden, die mit 7 oder 8 antworten, gelten als indifferente Kunden. Sie werden weder den Promotoren noch den Kritikern zugeteilt. Der Net Promoter Score kann dann nach einer einfachen Formel berechnet werden:

NPS = Promotoren (in Prozent) − Kritiker (in Prozent)

Der Net Promoter Score beschreibt damit das Verhältnis zwischen Promotoren und Kritikern einer Marke oder eines Unternehmens. Die Skala reicht dabei von -100 (alle Kunden sind Kritiker und empfehlen Marke oder Unternehmen nicht weiter) bis +100 (alle Kunden sind Promotoren und empfehlen Marke oder Unternehmen weiter). Ein positiver Net Promoter Score (> als 0) gilt als gut, einer von über 50 ist hervorragend.

Social Reputation Score als Pendant zum Net Promoter Score

Neben der klassichen Marktforschung nutzen heute viele Unternehmen Social Media, um wichtige Erkenntnisse für die Geschäftsentwicklung abzuleiten. Unter anderem ist aus den Äusserungen von Kunden auf Social Media Plattformen die Bereitschaft eine Marke oder ein Unternehmen zu empfehlen ablesbar. Eine Social Media Kennzahl als Pendant zum Net Promoter Score ist deshalb eine spannende Möglichkeit, um klassische Marktforschung und Erkenntnisse aus Social Media zu verknüpfen.

Das Unternehmen Synthesio hat mit dem Social Reputation Score (SRS) eine Kennzahl entwickelt, die eine solche Verbindung herstellt. Wobei die Kombination von Net Promoter Score und Social Media keine neue Idee ist und bereits an anderer Stelle diskutiert wurde.

Analysen in Echtzeit und Wettbewerbsbeobachtung werden möglich

Synthesio’s Social Reputation Score untersucht die Kundenzufriedenheit in Echtzeit. Und dies nicht nur in Bezug auf das eigene Unternehmen. Durch die Möglichkeiten, welche Social Media Monitoring bietet, können auch Wettbewerber, respektive der ganze Markt, betrachtet werden.

Eine kontinuierliche Analyse des Social Reputation Scores kann beispielsweise verwendet werden, um

  • die Kundenzufriedenheit zu analysieren;
  • die Industrie zu vergleichen und Rückschlüsse aus dem Vergleich zu ziehen;
  • den Erfolg von Kampagnen zu messen;
  • das Management von Krisen zu unterstützen;
  • die Sicherstellung der Reputation zu erleichtern.

Einfache Berechnungsformel und Effizienz durch Fokussierung auf die richtigen Kennzahlen

Der Social Reputation Score berechnet sich folgendermassen:

SRS = (Anzahl positive Nennungen x 100 + Anzahl neutrale Nennungen x 50 + Anzahl negative Nennungen x 0) / Anzahl Nennungen

Der Social Reputation Score kann dementsprechend zwischen 0 (nur negative Nennungen) und 100 (nur positive Nennungen) variieren. Die Daten werden dem Social Media Monitoring Tool entnommen. Dabei ist wahlweise das eigene Unternehmen, einzelne Konkurrenten oder die ganze Industrie Untersuchungsgegenstand. Selbstverständlich funktioniert dies nicht nur mit dem Social Media Monitoring Tool von Synthesio.

Ein einfaches Beispiel dazu:

  • Sportmarken (Adidas, Asics, Nike, New Balance, Reebok)
  • Sprachliche Eingrenzung: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch
  • Geographische Eingrenzung: Schweiz
  • Zeitraum der Datensammlung: 05.11.2015-04.12.2015
  • Social Reputation Score für alle  5 Sportmarken = 58.7
  • Social Reputation Score für Adidas = 62.4
  • Social Reputation Score für Asics = 55.1
  • Social Reputation Score für New Balance = 53.4
  • Social Reputation Score für Nike = 55.3
  • Social Reputation Score für Reebok = 50.6

Im Untersuchungszeitraum wurden insgesamt 25’362 Nennungen gefunden. Dabei variierte die Anzahl gefundene Nennungen von 332 (Asics) bis 13’394 (Adidas). Für dieses Beispiel wurden Daten von Brandwatch verwendet.

Neben dem bereits beschriebenen Vorteil der Vergleichbarkeit mit dem Net Promoter Score bietet die Berücksichtigung des Social Reputation Scores einen weiteren Vorteil: Die Konzentration auf eine konkrete Kennzahl bei der kontinuierlichen Messung und Analyse der Reputation. Dies erhöht sowohl die Effizienz als auch die Effektivität im Social Media Reporting. Ob nun im Unternehmen der Net Promoter Score bereits gemessen wird oder nicht, der Social Reputation Score ist eine spannende Kennzahl, welche jedes Social Media Reporting bereichert.

tltr: Der Social Reputation Score ist ein Pendant zum Net Promoter Score. Er ermöglich die Verbindung von Social Media und Marktforschung.

Digitale Transformation: 100 Profiteure

  1. Kunden
  2. Kundenbewertungen
  3. Empfehlungen
  4. Kommunikation
  5. Dialog
  6. Marketing
  7. Verkauf
  8. Freundschaften
  9. Zusammenarbeit
  10. Effizienz
  11. Synergien
  12. Marktforschung
  13. Sharing-Economy
  14. Gemeinsinn
  15. Mobilität
  16. Medizinische Versorgung
  17. Schnelligkeit
  18. Sicherheit
  19. App-Economy
  20. Effektivität
  21. Transportindustrie
  22. Verkehr
  23. Lieferservice
  24. Wissen
  25. Beziehungen
  26. Netzwerke
  27. Dynamik
  28. Austausch
  29. Kunst
  30. Bildung
  31. Schule
  32. Studium
  33. Weiterbildung
  34. Lernen
  35. Service
  36. Kontakte
  37. Bild-Produktion
  38. Fintech
  39. Start-ups
  40. KMU
  41. Grossunternehmen
  42. Entrepreneurship
  43. Freiheit
  44. Moderne
  45. Politik
  46. Globalisierung
  47. Nachhaltigkeit
  48. Individualität
  49. Eigenverantwortung
  50. Netzwerke
  51. Unterhaltung
  52. Video-Produktion
  53. Vielfalt
  54. Streaming
  55. Flexibilität
  56. Einfachheit
  57. Individuum
  58. Gesellschaft
  59. Internet of Things
  60. Kontakte
  61. Crowdfunding
  62. Crowdsourcing
  63. Schwarmintelligenz
  64. Recruiting
  65. Job-Suche
  66. Vielfalt
  67. E-Commerce
  68. Webseiten
  69. Online-Dienste
  70. Social Media
  71. Soziale Netzwerke
  72. Nischennetzwerke
  73. Content Plattformen
  74. Foren
  75. Blogs
  76. Microblogs
  77. Bürokratie
  78. Cloud-Computing
  79. Archivierung
  80. Kultur
  81. Smartphones
  82. Tablets
  83. Kundenservice
  84. Customer Intelligence
  85. Dienstleistungen
  86. Big Data
  87. Analytics
  88. Business Intelligence
  89. E-Books
  90. Elektronische Musik
  91. NGO’s
  92. Medien
  93. Informationen
  94. Digitales Fernsehen
  95. Demokratie
  96. Transparenz
  97. Vergleiche
  98. Inspiration
  99. Kreativität
  100. Fortschritt

Social Media: Der Weg zur Social Company

In einem spannenden Paper beleuchtet Accenture Digital fünf Grundsätze, welche Unternehmen auf dem Weg zur Social Company befolgen müssen:

  1. Vollständig auf die Kunden konzentrieren.
  2. Konkreten Geschäftserfolgs und Return on Investment der Aktivitäten messen.
  3. Datenanalyse als Herzstück verstehen und etablieren.
  4. Maximale Agilität erreichen.
  5. Sämtliche Aktivitäten effektiv überwachen.

Und so könnte die Social Company der Zukunft gemäss den Experten von Accenture Digital aussehen:

5569_SocialMedia _POV_AW_LDM.indd

Elemente einer Social Company

(Accenture Digital)

Das Paper kann unter folgendem Link heruntergeladen werden:

https://www.accenture.com/us-en/insight-boil-better-ocean-five-core-tenets-creating-social-enterprise

Employee Advocacy: Handlungsbedarf für die Kommunikation

Von Employee Advocacy Initiativen profitieren alle beteiligten Parteien: Einerseits stärken Mitarbeiter ihren „Personal Brand“; andererseits können Unternehmen die zusätzliche Reichweite für sich nutzen. Dass dies keine leeren Versprechen sind, zeigen die folgenden zehn Statistiken.

Von Employee Advocacy profitieren alle Abteilungen eines Unternehmens

  • Unternehmen, welchen es gelingt, Mitarbeiter zu Botschaftern zu machen, haben einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz: Sie arbeiten bis zu 202% erfolgreicher (Quelle: MSLGroup).
  • CEO’s, welche auf Social Media Plattformen aktiv sind, können den Geschäftsverlauf positiv beeinflussen. 77% der Kunden sind dann eher bereit, Produkte zu kaufen (Quelle: MSLGroup).
  • Kunden vertrauen Mitarbeitern drei Mal mehr wie dem CEO (Quelle: Edelman). Dementsprechend ist es wichtig, dass Employee Advocacy Initiativen alle Mitarbeiter involvieren.
  • Die Reichweite kommunizierter Inhalte profitiert durch Employee Advocacy Initiativen ebenfalls. Warum, zeigt folgender Wert: Von Mitarbeitern geteilte Inhalte haben eine um 561% höhere Reichweite (Quelle: MSLGroup).
  • Diese Reichweite hat zudem eine gute Qualität. Inhalte, die von Mitarbeitern in ihren eigenen Netzwerken geteilt werden, erhalten acht Mal mehr Interaktionen (Quelle: SocialMediaToday).
  • Auch folgender Fakt ist spannend: 92% der Twitter-Follower kennen den Arbeitgeber des Twitter nutzenden Mitarbeiters nicht (Quelle: Cisco).
  • Employee Advocacy Initiativen unterstützen den Verkauf: 78% der Verkaufsmitarbeiter, die Social Media nutzen, übertreffen ihre Peers (Quelle: Forbes).
  • 84% der Entscheidungsträger im B2B-Umfeld beginnen den Kaufprozess mit einer Empfehlung (Quelle: Sales Benchmark Index).
  • Zudem ist die Conversion-Rate bei Leads, die über Mitarbeiter kommen, sieben Mal höher als bei herkömmlichen Leads. Die Kosten verringern sich um 13% (Quelle: IBM und Dynamic Signal).
  • Und zu guter Letzt: Die Wahrscheinlichkeit, dass Mitarbeiter dem Unternehmen erhalten bleiben steigt mit erfolgreichen Employee Advocacy Initiativen um 20% (Quelle: Altimeter).

Employee Advocacy funktioniert nur mit motivierten Mitarbeitern

Employee Advocacy Initiativen sind spannend. Sie funktionieren jedoch nicht ohne Verbundenheit der Mitarbeiter mit dem Arbeitgeber. Diese Verbundenheit zum Unternehmen ist die Grundlage für Employee Advocacy. Das „Engagement“ der Mitarbeiter ist der Schlüssel zum Erfolg. „Engagement“ kann dabei wie folgt definiert werden:

„Gallup defines engaged employees as those who are involved in, enthusiastic about and committed to their work and workplace.“

(Gallup)

Man spricht deshalb auf Englisch auch von „engaged employees“.

Unternehmen erreichen die Mitarbeiter nicht – es fehlt an Verbundenheit

Lediglich ein Drittel der Mitarbeiter bezeichnet sich gemäss einer Gallup Studie als „engaged employee“. Keine gute Ausgangslage für Employee Advocacy Initiativen. Denn zwei Drittel der Mitarbeiter sind keine „engaged employees“.

Zweifellos besteht Handlungsbedarf: Die Kommunikation zwischen Unternehmen und Mitarbeitern muss sich ändern, sich besser an die Bedürfnisse der Mitarbeiter anpassen, die Mitarbeiter besser abholen. Denn Potential ist vorhanden: Rund die Hälfte der Mitarbeiter nutzt Social Media privat. Jedoch nur ein Drittel tut dies geschäftlich. Hier besteht eine Lücke, welche angegangen werden muss. Dass viele Mitarbeiter gerne Botschafter des Unternehmens wären, hilft bei diesem Vorhaben. Zwei Drittel der Mitarbeiter sind gemäss einer Studie von Mindshare und Dynamic Signal sogar der Meinung, bereits als Botschafter für ihr Unternehmen aufzutreten.

Die interne Kommunikation muss sich an der Mediennutzung im privaten Umfeld orientieren

Die erwähnte Studie zeigt auch, wie Mitarbeiter an Informationen gelangen. Hier wird es spannend. Im Geschäft sieht der Informationsfluss wie folgt aus: 48% der Informationen erreichen die Mitarbeiter per E-Mail, 31% persönlich, von Mitarbeiter zu Mitarbeiter, und 13% der Informationen werden im Intranet gefunden. 8% der befragten Mitarbeiter geben an, keine Informationen zu erhalten. Dieser Informationsfluss unterscheidet sich massgeblich von der privaten Nutzung. Es dominieren Social Media Plattformen mit ihren „Streams“. Und vor allem: Smartphones.

So erstaunt es nicht, dass 74% der befragten Mitarbeiter der Meinung sind, Informationen und Neuigkeiten des eigenen Unternehmens zu verpassen. Die traditionellen Kommunikationskanäle der Unternehmen und die Mediennutzung im privaten Umfeld stimmen nicht überein. Die Mitarbeiter erhalten die Informationen nicht. Bitteres Fazit: Unternehmen erstellen tollen Content; die Mitarbeiter bekommen es nur nicht mit!

Der Informationsfluss zwischen Unternehmen und Mitarbeitern ist jedoch die Grundlage, um Mitarbeiter als Botschaftern zu gewinnen – Startpunkt jeder Employee Advocacy Initiative.

Employee Advocacy Initiativen
Schritt 1: Mitarbeiter begeistern Schritt 2: Geschäftserfolg sicherstellen
Informieren:
Wertvolle Inhalte publizieren
Beteiligen:
Sicherstellen, dass Inhalte Mitarbeiter erreichen
Verbreiten:
Mitarbeiter auffordern und befähigen, Inhalte in ihren Netzwerken zu teilen
Messen:
Resultate der verbreiteten Botschaften analysieren

(eigene Darstellung)

Wie und mit welchen Inhalten Mitarbeiter informiert werden wollen

Die erwähnte Studie zeigt was wichtig wäre, um Mitarbeiter mit Inhalten zu erreichen:

  1. Mitarbeiter verlangen eine Kommunikationslösung für Smartphones. Dies geben 55% der befragten Mitarbeiter an.
  2. 53% der Mitarbeiter sind der Meinung, dass eine einzige Plattform für alle im Unternehmen kommunizierten Inhalte ausreichen muss.

Ebenso wird aus den Resultaten der Studie ersichtlich, welche Themen Mitarbeiter interessieren. Diese Themen haben eine bessere Chance in den Netzwerken der Mitarbeiter geteilt zu werden:

  • Produkt- und Servicebezogen, sagen 59%.
  • News, sagen 49%.
  • Kultur und Initiativen, sagen 38%.
  • Strategie, sagen 29%.

Employee Advocacy Initiativen müssen sich dementsprechend an diesen Themen orientieren. Im Vordergrund der Inhaltsplanung stehen Beiträge zu Produkten, Dienstleistungen und Neuigkeiten aus dem Unternehmen. Ansonsten fühlen sich die Mitarbeiter nicht abgeholt und werden die Inhalte nicht weiterverbreiten. Eine solche Employee Advocacy Initiative würde schnell zum Rohrkrepierer.

tltr: Viele Mitarbeiter fühlen sich schlecht Informiert. Ein guter Informationsfluss ist jedoch die Basis jeder Employee Advocacy Initiative.

„Employee Advocacy“: Mitarbeiter als Botschafter

Mitarbeiter sind Botschafter eines Unternehmens. Das Konzept der „Employee Advocacy“ setzt an dieser Tatsache an. Es beschreibt die Bewerbung eines Unternehmens durch die Mitarbeiter. Mitarbeiter besitzen eigene Netzwerke: Freunde, Follower und weitere Beziehungen. Diese werden genutzt, um Werbung in eigener Sache und für den Arbeitgeber zu machen. Auf freiwilliger Basis, als Teil der täglichen Arbeit. Institutionalisiert über Prozesse und Tools.

Mit „Employee Advocacy“ erhöhen Unternehmen die Reichweite. Bei sinkenden organischen Reichweiten doppelt wichtig. Dies ist einer der spannenden Vorteile von „Employee Advocacy“. Es gibt noch weitere: Gemäss Hootsuite kann sich das Engagement auf Inhalte um das 8-fache erhöhen, wenn diese von Mitarbeitern geteilt werden. Auch die Viralität der Beiträge profitiert: Von Mitarbeitern geteilte Inhalte erhalten 24-mal mehr „Reshares“. Zusätzlich steigt die Glaubwürdigkeit. Von Mitarbeitern publizierte Inhalte haben eine drei bis sechsmal höhere Glaubwürdigkeit.

Eine Übersicht über die Möglichkeiten von „Employee Advocacy“ hat das Unternehmen Smarp aufbereitet:

  1. Reichweite erhöhen;
  2. Vertrauen aufbauen;
  3. Kosten einsparen;
  4. Mitarbeiter involvieren;
  5. Recruiting verbessern;
  6. Verkaufserlöse erzielen.

Die Unternehmenskultur ist entscheidend für den Erfolg von „Employee Advocacy“ Projekten. Mitarbeiter unterscheiden sich nicht von Kunden. Kooperatives Verhalten ist sowohl bei Social Media Marketing Aktivitäten als auch bei „Employee Advocacy“ der Schlüssel zum Erfolg. Unternehmen nutzen in beiden Fällen die Tatsache, dass Menschen grundsätzlich zu kooperativen Verhalten bereit sind. „Employee Advocacy“ hat jedoch nur eine Chance, wenn sowohl Unternehmen als auch Mitarbeiter bereit zur Kooperation sind. Ohne Nutzen für die Mitarbeiter, verpuffen die Initiativen schnell als heisse Luft. Ohne kooperative Elemente ist das Vorhaben chancenlos.

„Employee Advocacy“ Projekte werden nicht von allen Mitarbeitern gleich enthusiastisch angenommen. Gemäss einer Forrester Studie werden beispielsweise Mitarbeiter mit einer positiven Grundeinstellung gegenüber neuen Technologien und gut entwickelten Kommunikationsfähigkeiten eher zu Botschaftern eines Unternehmens.

Promotoren werden eher zu Botschaftern

(Forrester)

Bereits sind viele „Employee Advocacy“ Tools auf dem Markt. Eine Auswahl wird in diesem Beitrag vorgestellt.

Dynamic Signal

Dynamic Signal nennt sich „Leader in Employee Advocacy“. Bereits 100 Unternehmen nutzen die Lösung, um Markenbekanntheit, Engagement der Mitarbeiter und Umsatz zu erhöhen.

Die Funktionen von Dynamic Signal können auf allen Geräten (inklusive App) genutzt werden. Die richtigen Inhalte erreichen zur richtigen Zeit die Mitarbeiter. Über Gamification werden spielerische Elemente integriert. Die Mitarbeiter werden für ihre Aktivitäten belohnt. Dies erleichtert die Einführung und erhöht die Nutzung des Tools. Mitarbeiter werden in Gruppen eingeteilt. So können Inhalte nach besonderen Interessen oder Funktionen im Unternehmen ausgespielt werden.

Dynamic Signal kann in weitere Plattformen integriert werden:

Integrationsmöglichkeiten von Dynamic Signal

(Dynamic Signal)

Dynamic Signal unterstützt mehr als 15 Sprachen. Das Tool ist für den internationalen Einsatz bestens geeignet. Den Kunden werden „Best Practice“ Dokumente sowie eine Wissensdatenbank angeboten. So soll der erfolgreiche Roll-Out garantiert werden – ein wichtiges Element. Analysemöglichkeiten ermöglichen eine kontinuierliche Optimierung.

Den Kunden stehen zwei Lösungen zur Verfügung:

  • Pro-Lösung für KMU mit den wichtigsten Funktionalitäten.
  • Enterprise-Lösung für grosse Unternehmen mit zusätzlichen Kontroll- und Freigabemöglichkeiten.

„Employee Advocacy“ Lösung von Dynamic Signal

http://dynamicsignal.com/

Hootsuite Amplify

„Hootsuite Amplify ist eine Lösung für den Einsatz von Mitarbeitern als Markenbotschafter, die es für Ihr Personal einfach und sicher macht, genehmigte Social Media-Inhalte mit Freunden und Followern zu teilen.“

(Hootsuite)

(HootSuite)

Ein einfacher 3-Schritte-Prozess ermöglicht eine schnelle Implementation im Unternehmen:

  1. Über eine mobile App findet das Onboarding der Mitarbeiter statt.
  2. Inhalte werden von Kuratoren vom Hootsuite Dashboard an Hootsuite Amplify gesendet.
  3. Die Mitarbeiter teilen die kuratierten Inhalte in der Amplify-App.

Die vorgestellten Tools bieten Unternehmen viele Vorteile:

  • Die Steuerung der Inhalte über Dashboards erhöht die Effizienz.
  • Die Messbarkeit und Analyse der Ergebnisse führt zu einer verbesserten Effektivität.
  • Intuitive Oberflächen erleichtern die Nutzung für die Mitarbeiter und führen zu einer raschen Akzeptanz.
  • Nur genehmigte Inhalte können durch Mitarbeiter geteilt werden. Diese Kuratierung reduziert das Risiko.

https://hootsuite.com/de/produkte/amplify

Smarp

Smarp konzentriert sich auf den Mitarbeiter. Sie sollen ihr Netzwerk und ihren Einfluss vergrössern. Das Tool hilft gute Inhalte zu finden, diese zu teilen und den Erfolg zu messen. Die Unternehmen profitieren indirekt vom Einsatz der Mitarbeiter. Insbesondere Marketing, Kommunikation und HR.

Ähnlich wie HootSuite Amplify wird auch Smarp über einen dreistufigen Prozess implementiert:

  1. Entdecken: Mitarbeiter erhalten einen Überblick über News des Unternehmens und Branchentrends. Filter ermöglichen die Konfiguration der Inhalte nach eigenen Vorlieben. E-Mail- und Push-Benachrichtigungen sorgen dafür, dass die Mitarbeiter auf dem neusten Stand sind.
  2. Teilen: Nur Inhalte, welche für die externe Kommunikation gedacht sind, landen auf Smarp. Vertrauliche Informationen verlassen das Unternehmen nicht. Mitarbeiter teilen die Beiträge ihrer Wahl und arbeiten damit am eigenen Einfluss in der Branche. Aktive Mitarbeiter können sich zu Experten in ihren Fachgebieten entwickeln.
  3. Anerkennung erhalten: Auch Smarp nutz Gamification-Elemente. Aktive Mitarbeiter sammeln Punkte. Die Punkte ermöglichen zum einen den Vergleich mit den Kollegen. Zum anderen können die Punkte an Wohltätigkeitsorganisationen gespendet oder für kleine Belohnungen eingesetzt werden.

http://www.smarp.com/

SoAmpli

Wie die Konkurrenz, will SoAmpli aus Mitarbeitern Botschafter machen. Denn gemäss SoAmpli können bereits 80 Mitarbeiter 848’800 Kontakte erreichen.

SoAmpli wird ebenfalls über mehrere Stufen implementiert:

  1. Verbinden: Arbeitskollegen werden in einem ersten Schritt auf die Plattform eingeladen. Es bildet sich ein Team mit Botschaftern.
  2. Teilen: Alle Mitarbeiter haben die Möglichkeit, Inhalte auf SoAmpli zu publizieren. Ein definiertes Kernteam entscheidet, welche Inhalte geteilt werden dürfen und welche nicht.
  3. Messen: Der Erfolg kann direkt im Tool gemessen werden. So können Kampagnen und die Effektivität der Beiträge langfristig optimiert werden.
  4. Belohnen: Ein Punktesystem belohnt die Teilnahme. Besonders fleissige Botschafter können gefördert werden.

Von der Nutzung von SoAmpli profitieren Unternehmen und Mitarbeiter: Unternehmen erreichen mit ihren Beiträgen eine viel grössere Reichweite und stärken die Reputation. SoAmpli dient dabei als „Hub“. Die Mitarbeiter arbeiten an ihrem „Personal Brand“ und erhalten Rückmeldungen und Anerkennung aus ihrer Community.

Chris Boudreaux, Kopf hinter SocialMediaGovernance.com, erstellte einen ausführlichen „Buyer Guide“ mit vielen weiteren Tools.

Zwei Punkte sind elementar für den Erfolg:

  • Alle Tools leben von Inhalten. Das Zusammenspiel zwischen dem „Employee Advocacy“ Tool und weiteren im Unternehmen eingesetzten Kommunikationstools ist entscheidend. Insbesondere wenn ein Social Media Management Tool im Einsatz ist. Die für die Publikation geplanten Beiträge sollen nicht separat in beide Tools eingepflegt werden müssen. Eine Duplikation der Arbeit muss verhindert werden.
  • Der Erfolg des Projekts steht und fällt mit der Akzeptanz durch die Mitarbeiter. Eine rasche Akzeptanz und ein schneller Erfolg für beide Seiten müssen angestrebt werden. Selbstverständlich sollte dabei der Spass nicht zu kurz kommen.

Dieser Blog-Beitrag darf geteilt und kommentiert werden:

Transparenz: comparis.ch, der Arbeitgeber des Autors dieses Beitrags, nutzt SoAmpli für ein „Employee Advovacy“ Projekt.

Showrooms: Angefasst ist halb gekauft

Welche Rolle spielen Shops zukünftig im Handel? Welche Aufgaben übernimmt der stationäre Handel bei weiter steigendem Anteil des e-Commerce? Bei der Suche nach möglichen Antworten auf diese Fragen gibt es unter Experten eine Gemeinsamkeit: Einfache Antworten gibt es nicht.

Sicher ist zudem folgendes: Im Zusammenspiel zwischen stationärem Handel und e-Commerce wird sich die Rolle des stationären Handels – sprich der Shops – verändern. Eine Möglichkeit: Aus Shops werden Showrooms. Dann werden nicht mehr alle Produkte vor Ort gelagert und angeboten, sondern eine Auswahl präsentiert. Im Vordergrund steht die Präsentation der Produkte. Nicht mehr deren Verkauf.

Dieser Entwicklungsschritt vom Shop zum Showroom macht Sinn. Produkte die man vor Ort berührt sind so gut wie gekauft. Die Berührung vermittelt das Gefühl, das Produkt bereits zu besitzen. Oder: Angefasst ist halb gekauft.

„Anfassen, etwas berühren, das ist für Menschen gleichbedeutend mit Aneignung. Das Anfassen löst beim Kunden ein Gefühl des Eigentums aus.

(Selin Atalay)

Ein Shop kann viel mehr als ein Erinnerungsstück an die Vergangenheit sein. Als Showroom wird er wieder zum Ort der Entscheidung.