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Branded Entertainment: Mehrwert mit dem Buzzword

Gemäss Einschätzungen von Experten sind 61% der Kunden eher bereit etwas von einem Unternehmen kaufen, welches massgeschneiderte Inhalte publiziert. Insbesondere wenn der Inhalt unterhaltsam ist! Vielleicht erklärt dies, warum Branded Entertainment zu einem Buzzword wurde.

Doch um was geht es grundsätzlich bei Branded Entertainment? Serviceplan definiert den Begriff folgendermassen:

„Branded Entertainment ist das Mittel einer inhaltlich geführten Kommunikation in Bewegtbild- und Textformaten und steht für Unterhaltung im Auftrag einer Marke.“

Etwas ketzerisch kann man auch sagen: Product Placement in digitalen Medien. Und damit greift Branded Entertainment auf eine lange Tradition zurück. Denn bereits in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts nutze beispielsweise P&G – zuerst im Radio, dann im TV – dieses Instrument. Das grosse Buzzword Branded Entertainment gibt es also schon lange. Wobei das ja nicht per se schlecht oder negativ sein muss.

Bleibt die Frage, warum Branded Entertainment gerade jetzt zum gehypten Buzzword wird? Diese Frage kann mit den sich ändernden Gewohnheiten und Aufmerksamkeitsspannen erklärt werden. In Anbetracht der Tatsache, dass Millenials in Windeseile zur kaufkräftigsten Generation heranwachsen, müssen Unternehmen sich auf die Bedürfnisse und Gewohnheiten dieser Generation einstellen. Millenials sind viel weniger oft bereit Produkte aufgrund von klassischen Marketingmassnahmen zu kaufen wie die Generation ihrer Eltern. Dafür legen sie mehr Wert auf durch Unternehmen produzierte Inhalte mit Mehrwert. Und genau dort liegt die Chance, welche Unternehmen mit Branded Entertainment nutzen möchten. Oder wie es die Experten von Serviceplan ausdrücken:

„In Zeiten des radikalen Umbruchs in der Nutzung von Medien müssen sich Marken mit eigenen, relevanten Inhalten, nicht nur mit Werbebotschaften, dem Wettbewerb um die Aufmerksamkeit ihrer Zielgruppen stellen.“

Und so kann das dann aussehen:

Wobei das Buzzword Branded Entertainment auch in der Schweiz definitiv angekommen ist. Dies zeigen die folgenden Beispiele von Swisscom und Comparis.

Sieht das aber nicht nach Content Marketing aus? Einem anderen Buzzword in der Kommunikationswelt. In der Tat werden Branded Entertainment und Content Marketing oft gleichgesetzt. Und komplett falsch ist dies nicht. Geht es doch im Content Marketing um die Erstellung und Distribution von Inhalten mit Mehrwert. Wobei der Mehrwert durch Information, Beratung oder Unterhaltung entsteht. Und genau in der Unterhaltung liegt eine der Gemeinsamkeiten von Branded Entertainment und Content Marketing.

Aus Unternehmenssicht bietet Branded Entertainment Nutzen auf drei Ebenen: Es stärkt die Marke und lässt Geschichten erzählen, die Zielgruppe wird erreicht und es gibt einen Grund für Aufmerksamkeit. Sind in einem Unternehmen alle wichtigen Entscheidungsträger von diesen Vorteilen überzeugt und wurde ein „Go“ für eine Branded Entertainment Kampagne erteilt, empfiehlt sich ein dreistufiges Verfahren:

  1. Ziele setzen;
  2. Idee entwickeln;
  3. Content produzieren und distribuieren.

Aber: Der Erfolg mit Branded Entertainment stellt sich nicht von alleine ein. So hat die Y&R Group Switzerland fünf Schlüssel für erfolgreiches Branded Entertainment definiert:

  1. Nicht alles funktioniert bei jeder Marke.
  2. Ein Publikum aufzubauen funktioniert anders, als eines zu mieten.
  3. Premium-Content inspiriert zu Premium-Engagement.
  4. Unterhaltsamen Content zu kreieren ist nur eine Seite der Medaille.
  5. Bemerkenswerter Content benötigt eine einzigartige Idee.

Was bleibt als Fazit? Branded Entertainment wird sich zu einer weiteren Variante der zeitgemässen Markenkommunikation entwickeln – ist aber kein Selbstläufer.

Transparenz: Der Autor dieses Artikels arbeitet als Head of Social Media bei Comparis und war massgeblich an der im Artikel erwähnten Branded Entertainment Kampagne beteiligt.

SuisseEMEX 2016

Erkenntnisse von der SuisseEMEX 2016

Am 30. und 31. August 2016 fand die SuisseEMEX in der Messe Zürich statt. Ich war am zweiten Messetag anwesend. Obwohl die Zeit für Marketing- und Kommunikationsfachleute spannender denn je ist (Stichwort Digitalisierung), fehlten ein wenig die inspirierenden Wow-Momente. Nichtsdestotrotz konnte ich spannende Erkenntnisse aus den Referaten mitnehmen. Diese Erkenntnisse möchte ich hier in kompakter Form weitergeben.

Entfesseln Sie Ihr Marketing – Digitale Transformation im Marketing

Referent: Andreas Helios, Adobe

Unternehmen haben heutzutage mehr Gelegenheiten denn je, um in Kontakt mit Kunden zu kommen und Erlebnisse zu schaffen. Die technologischen Möglichkeiten müssen genutzt werden, um diese digitalen Erlebnisse noch besser zu gestalten. Dabei gilt folgende Grundregel für die Kommunikation: Inhalt, Kanal und Kontext müssen übereinstimmen.

Wie auch an anderer Stelle bereits prognostiziert, ist die klassische „Customer Journey“ tot. Dies hat grundsätzliche Auswirkungen auf das Management von Kundenbeziehungen und -kontakten. Ziel muss der Aufbau einer „Connected Customer Experience“ sein: persönlich, relevant, in Echtzeit und überall.

Marketing-Generation 2020: Wer langweilt, fliegt raus

Referentin: Katja Hofmann, KMU – kreative Marketingunterstützung

Drei Trends tauchen am Marketing-Horizont auf:

  1. Kunden erwarten eine individuelle und personalisierte Ansprache.
  2. Unternehmen müssen in Zukunft als Identifikationsstifter auftreten.
  3. Um als Unternehmen aufzufallen, gilt es „merk-würdig“ zu sein.

Entscheidend könnte der Umgang mit Trend Nummer zwei sein, also die Positionierung von Unternehmen als Sinn-stiftende Institutionen. Wer hier Hilfe sucht, der findet Rat bei Simon Sinek.

Zukünftig erfolgreiche Unternehmen, setzen alle Kräfte ein, um mit diesen Herausforderungen umzugehen. Das heisst, alle Mitarbeiter miteinzubeziehen. Denn gute Ideen sind nicht per se reglementiert auf die Führungsetage.

Grow your business exponentially with personal branding and social media sales funnels

Referentin: Sigrun Gudjonsdottir, Sigrun GmbH

Social Media ist für KMU ein spannendes Marketing-Instrument. Dabei führt ein Weg über den Aufbau eines „Personal Brands“. Frei nach dem Motto: „Turn passion into profit.“

Ein strategischer Ansatz für den Aufbau eines „Personal Brands“ liefert das Konzept des „Social Media Sales Funnels“. Folgender Weg kann dabei abgeschritten werden:

  1. Nutzung von Social Media und Aufbau von Reichweite;
  2. Erstellung von relevanten Inhalten und Distribution über Social Media;
  3. Aufbau einer Landing-Page als Hub und zur Sammlung von Kontaktdaten (E-Mail-Adressen);
  4. Nutzung von E-Mail-Marketing für den Aufbau von tiefergehenden Beziehungen und das Heranführen von potentiellen Kunden;
  5. Aufbau von Sales-Pages;
  6. Verkauf des Produktes und Abschluss.

Und ein Ratschlag zum Schluss: Der Aufbau eines „Personal Brands“ via Social Media geht einfacher von der Hand, wenn man Social Media gegenüber aufgeschlossen ist. Oder in den Worten von Sigrun Gudjonsdottir:

„It helps if you like being on Social Media.“

YouTube rockt: 5 Strategien für Video-Content

Referent: Christian Mossner, Canon

Eine erfolgreiche Nutzung von YouTube steht und fällt mit der Produktion von guten und Mehrwert stiftenden Videos. Christian Mossner kennt dafür fünf Erfolgsfaktoren:

  1. Die Story – Dramaturgie, Storytelling und menschliche Kommunikation.
  2. Die Auftrittskompetenz – Anrede, Anliegen, Argumente, Aufforderung und Abschluss.
  3. Die technische Umsetzung.
  4. Die crossmediale Publikation.
  5. Der Wille zum Erfolg – üben, üben, üben.