„Employee Advocacy“: Mitarbeiter als Botschafter

Mitarbeiter sind Botschafter eines Unternehmens. Das Konzept der „Employee Advocacy“ setzt an dieser Tatsache an. Es beschreibt die Bewerbung eines Unternehmens durch die Mitarbeiter. Mitarbeiter besitzen eigene Netzwerke: Freunde, Follower und weitere Beziehungen. Diese werden genutzt, um Werbung in eigener Sache und für den Arbeitgeber zu machen. Auf freiwilliger Basis, als Teil der täglichen Arbeit. Institutionalisiert über Prozesse und Tools.

Mit „Employee Advocacy“ erhöhen Unternehmen die Reichweite. Bei sinkenden organischen Reichweiten doppelt wichtig. Dies ist einer der spannenden Vorteile von „Employee Advocacy“. Es gibt noch weitere: Gemäss Hootsuite kann sich das Engagement auf Inhalte um das 8-fache erhöhen, wenn diese von Mitarbeitern geteilt werden. Auch die Viralität der Beiträge profitiert: Von Mitarbeitern geteilte Inhalte erhalten 24-mal mehr „Reshares“. Zusätzlich steigt die Glaubwürdigkeit. Von Mitarbeitern publizierte Inhalte haben eine drei bis sechsmal höhere Glaubwürdigkeit.

Eine Übersicht über die Möglichkeiten von „Employee Advocacy“ hat das Unternehmen Smarp aufbereitet:

  1. Reichweite erhöhen;
  2. Vertrauen aufbauen;
  3. Kosten einsparen;
  4. Mitarbeiter involvieren;
  5. Recruiting verbessern;
  6. Verkaufserlöse erzielen.

Die Unternehmenskultur ist entscheidend für den Erfolg von „Employee Advocacy“ Projekten. Mitarbeiter unterscheiden sich nicht von Kunden. Kooperatives Verhalten ist sowohl bei Social Media Marketing Aktivitäten als auch bei „Employee Advocacy“ der Schlüssel zum Erfolg. Unternehmen nutzen in beiden Fällen die Tatsache, dass Menschen grundsätzlich zu kooperativen Verhalten bereit sind. „Employee Advocacy“ hat jedoch nur eine Chance, wenn sowohl Unternehmen als auch Mitarbeiter bereit zur Kooperation sind. Ohne Nutzen für die Mitarbeiter, verpuffen die Initiativen schnell als heisse Luft. Ohne kooperative Elemente ist das Vorhaben chancenlos.

„Employee Advocacy“ Projekte werden nicht von allen Mitarbeitern gleich enthusiastisch angenommen. Gemäss einer Forrester Studie werden beispielsweise Mitarbeiter mit einer positiven Grundeinstellung gegenüber neuen Technologien und gut entwickelten Kommunikationsfähigkeiten eher zu Botschaftern eines Unternehmens.

Promotoren werden eher zu Botschaftern

(Forrester)

Bereits sind viele „Employee Advocacy“ Tools auf dem Markt. Eine Auswahl wird in diesem Beitrag vorgestellt.

Dynamic Signal

Dynamic Signal nennt sich „Leader in Employee Advocacy“. Bereits 100 Unternehmen nutzen die Lösung, um Markenbekanntheit, Engagement der Mitarbeiter und Umsatz zu erhöhen.

Die Funktionen von Dynamic Signal können auf allen Geräten (inklusive App) genutzt werden. Die richtigen Inhalte erreichen zur richtigen Zeit die Mitarbeiter. Über Gamification werden spielerische Elemente integriert. Die Mitarbeiter werden für ihre Aktivitäten belohnt. Dies erleichtert die Einführung und erhöht die Nutzung des Tools. Mitarbeiter werden in Gruppen eingeteilt. So können Inhalte nach besonderen Interessen oder Funktionen im Unternehmen ausgespielt werden.

Dynamic Signal kann in weitere Plattformen integriert werden:

Integrationsmöglichkeiten von Dynamic Signal

(Dynamic Signal)

Dynamic Signal unterstützt mehr als 15 Sprachen. Das Tool ist für den internationalen Einsatz bestens geeignet. Den Kunden werden „Best Practice“ Dokumente sowie eine Wissensdatenbank angeboten. So soll der erfolgreiche Roll-Out garantiert werden – ein wichtiges Element. Analysemöglichkeiten ermöglichen eine kontinuierliche Optimierung.

Den Kunden stehen zwei Lösungen zur Verfügung:

  • Pro-Lösung für KMU mit den wichtigsten Funktionalitäten.
  • Enterprise-Lösung für grosse Unternehmen mit zusätzlichen Kontroll- und Freigabemöglichkeiten.
„Employee Advocacy“ Lösung von Dynamic Signal

http://dynamicsignal.com/

Hootsuite Amplify

„Hootsuite Amplify ist eine Lösung für den Einsatz von Mitarbeitern als Markenbotschafter, die es für Ihr Personal einfach und sicher macht, genehmigte Social Media-Inhalte mit Freunden und Followern zu teilen.“

(Hootsuite)

(HootSuite)

Ein einfacher 3-Schritte-Prozess ermöglicht eine schnelle Implementation im Unternehmen:

  1. Über eine mobile App findet das Onboarding der Mitarbeiter statt.
  2. Inhalte werden von Kuratoren vom Hootsuite Dashboard an Hootsuite Amplify gesendet.
  3. Die Mitarbeiter teilen die kuratierten Inhalte in der Amplify-App.

Die vorgestellten Tools bieten Unternehmen viele Vorteile:

  • Die Steuerung der Inhalte über Dashboards erhöht die Effizienz.
  • Die Messbarkeit und Analyse der Ergebnisse führt zu einer verbesserten Effektivität.
  • Intuitive Oberflächen erleichtern die Nutzung für die Mitarbeiter und führen zu einer raschen Akzeptanz.
  • Nur genehmigte Inhalte können durch Mitarbeiter geteilt werden. Diese Kuratierung reduziert das Risiko.

https://hootsuite.com/de/produkte/amplify

Smarp

Smarp konzentriert sich auf den Mitarbeiter. Sie sollen ihr Netzwerk und ihren Einfluss vergrössern. Das Tool hilft gute Inhalte zu finden, diese zu teilen und den Erfolg zu messen. Die Unternehmen profitieren indirekt vom Einsatz der Mitarbeiter. Insbesondere Marketing, Kommunikation und HR.

Ähnlich wie HootSuite Amplify wird auch Smarp über einen dreistufigen Prozess implementiert:

  1. Entdecken: Mitarbeiter erhalten einen Überblick über News des Unternehmens und Branchentrends. Filter ermöglichen die Konfiguration der Inhalte nach eigenen Vorlieben. E-Mail- und Push-Benachrichtigungen sorgen dafür, dass die Mitarbeiter auf dem neusten Stand sind.
  2. Teilen: Nur Inhalte, welche für die externe Kommunikation gedacht sind, landen auf Smarp. Vertrauliche Informationen verlassen das Unternehmen nicht. Mitarbeiter teilen die Beiträge ihrer Wahl und arbeiten damit am eigenen Einfluss in der Branche. Aktive Mitarbeiter können sich zu Experten in ihren Fachgebieten entwickeln.
  3. Anerkennung erhalten: Auch Smarp nutz Gamification-Elemente. Aktive Mitarbeiter sammeln Punkte. Die Punkte ermöglichen zum einen den Vergleich mit den Kollegen. Zum anderen können die Punkte an Wohltätigkeitsorganisationen gespendet oder für kleine Belohnungen eingesetzt werden.

http://www.smarp.com/

SoAmpli

Wie die Konkurrenz, will SoAmpli aus Mitarbeitern Botschafter machen. Denn gemäss SoAmpli können bereits 80 Mitarbeiter 848’800 Kontakte erreichen.

SoAmpli wird ebenfalls über mehrere Stufen implementiert:

  1. Verbinden: Arbeitskollegen werden in einem ersten Schritt auf die Plattform eingeladen. Es bildet sich ein Team mit Botschaftern.
  2. Teilen: Alle Mitarbeiter haben die Möglichkeit, Inhalte auf SoAmpli zu publizieren. Ein definiertes Kernteam entscheidet, welche Inhalte geteilt werden dürfen und welche nicht.
  3. Messen: Der Erfolg kann direkt im Tool gemessen werden. So können Kampagnen und die Effektivität der Beiträge langfristig optimiert werden.
  4. Belohnen: Ein Punktesystem belohnt die Teilnahme. Besonders fleissige Botschafter können gefördert werden.

Von der Nutzung von SoAmpli profitieren Unternehmen und Mitarbeiter: Unternehmen erreichen mit ihren Beiträgen eine viel grössere Reichweite und stärken die Reputation. SoAmpli dient dabei als „Hub“. Die Mitarbeiter arbeiten an ihrem „Personal Brand“ und erhalten Rückmeldungen und Anerkennung aus ihrer Community.

Chris Boudreaux, Kopf hinter SocialMediaGovernance.com, erstellte einen ausführlichen „Buyer Guide“ mit vielen weiteren Tools.

Zwei Punkte sind elementar für den Erfolg:

  • Alle Tools leben von Inhalten. Das Zusammenspiel zwischen dem „Employee Advocacy“ Tool und weiteren im Unternehmen eingesetzten Kommunikationstools ist entscheidend. Insbesondere wenn ein Social Media Management Tool im Einsatz ist. Die für die Publikation geplanten Beiträge sollen nicht separat in beide Tools eingepflegt werden müssen. Eine Duplikation der Arbeit muss verhindert werden.
  • Der Erfolg des Projekts steht und fällt mit der Akzeptanz durch die Mitarbeiter. Eine rasche Akzeptanz und ein schneller Erfolg für beide Seiten müssen angestrebt werden. Selbstverständlich sollte dabei der Spass nicht zu kurz kommen.

Dieser Blog-Beitrag darf geteilt und kommentiert werden:

Transparenz: comparis.ch, der Arbeitgeber des Autors dieses Beitrags, nutzt SoAmpli für ein „Employee Advovacy“ Projekt.

4 Gedanken zu “„Employee Advocacy“: Mitarbeiter als Botschafter

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s